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Die Urwälder von morgen

Umgestürzte Wurzelteller, alte Bäume mit knorrigen Ästen und Spechthöhlen. Bäume, die mit großen Pilzen kahl in den Himmel ragen. Darunter dicht gedrängte junge Buchen und viele andere kleine Bäume und Sträucher, die nur darauf warten, den Platz der Älteren einnehmen zu können. Von Weitem höre ich das eifrige Hämmern eines Spechtes. Anderer würden sagen: Es sieht hier irgendwie unaufgeräumt aus! Bei mir schlägt stattdessen das Ökologen-Herz ein Stück höher.





Bäume und Sträucher an der Hunau

Wo ich hier stehe? In über 800 m Höhe, auf einem Bergrücken des Rothaargebirges – der Hunau. Der Sauerland-Höhenflug führt auf seiner Etappe von Bad Fredeburg und Altastenberg durch dieses ganz besondere Waldgebiet, das so gar nichts mit einem maschinell gepflanzten Fichtenwald  gemeinsam hat. Und das ist auch gut so!

Über 600 ha der Waldflächen rund um die Hunau stehen unter Naturschutz. Hier wechseln sich helle Buchenwälder, Fichtenwälder mit Mischwäldern, Auwäldern entlang von kleinen Siepen und Schluchtwäldern ab. Das Waldgebiet ist großflächig und unzerschnitten und bietet daher viel Platz für seltene Tiere und Pflanzen und ausreichend Raum, sich entweder zurück zu ziehen oder zu wandern. Genau wie ich – einfach dorthin, wo ich gerade möchte.

 

 

 





Baum an dem Pilze und Moos wachsen

Ein Teil des Gebietes rund um die Hunau ist sogar komplett aus der Bewirtschaftung herausgenommen. In dieser sogenannten Naturwaldzelle darf sich der Wald so entwickeln, wie er möchte – ohne direkte Einflüsse und Eingriffe durch den Menschen. Eine großartige Chance für die Natur und für uns, denn diese Wälder geben einen kleinen Vorgeschmack auf die „Urwälder“ von morgen.

Kein Wunder also, dass sich viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten rund um die Hunau wohl fühlen und zum Beispiel Rauhfußkauz, Schwarzstorch und Grauspecht hier im Verborgenen leben. Auch für den Wanderer ist dieses Waldgebiet etwas ganz Besonderes: Denn wenn man einmal stehen bleibt und in die Landschaft horcht, wird man nur das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln hören, vielleicht ein Vogelzwitschern oder ein Knacken im Wald. Fast schon beängstigend ist die Ruhe hier oben auf über 800 m Höhe. Doch gerade die Stille weit weg von Straßen, Industrie und Zivilisation lässt uns umso mehr zur Ruhe kommen, den Alltag hinter uns lassen und der Natur ein stückweit Näher kommen. Tauchen Sie ein in ein ganz besonderes Waldgebiet in über 800 m Höhe!

Wer das Naturschutzgebiet mit all seinen Besonderheiten näher erfahren möchte, der kann dies bei einer Rangerführung mit den Rangern vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW tun!

 

 

 





Wald auf der Hunau

 

 

Autor Kerstin Berens

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